equitrust Aktiengesellschaft

Was ist Private Equity?

Der Begriff Private Equity lässt sich am besten mit „nicht-börsliches Beteiligungs­kapital“ übersetzen. Es handelt sich hierbei um Eigen­kapital­beteiligungen an Unter­nehmen mit dem Ziel, deren Wert zu steigern und durch spätere Wieder­veräußerung einen Ertrag für den Investor zu realisieren.

Private Equity-Gesell­schaften sind spezialisierte Finanz­investoren, die erfolg­versprechende Beteiligungs­möglich­keiten identi­fizieren, entsprechende Beteiligungs­trans­aktionen struk­turieren und die Wert­steigerung der Investi­tionen fördern. Diese Betei­ligungen werden über­wiegend im Rahmen von Veräußerungen von Unternehmens­teilen durch Konzerne erworben.

Ihr Kapital werben Private-Equity-Gesell­schaften in der Regel von institu­tionellen Inves­toren ein (z.B. Pensions­fonds, Banken, Ver­sicherungen) und bündeln diese Mittel in Form von Private-Equity-Fonds (hier: Ziel­fonds) mit bis zu mehreren Milliarden Euro/US-Dollar Investitions­volumen. Im Sinne einer möglichst breiten Diversi­fizierung finanzieren solche Private-Equity-Fonds im Rahmen ihres Investitions­fokus eine Vielzahl von Beteili­gungen aus unter­schied­lichen Industrien und geo­graphischen Regionen.

Private-Equity-Fonds zielen nicht auf laufende Erträge ab, sondern reali­sieren ihre Gewinne in erster Linie über die Wiederv­eräußerung ihrer Beteili­gungen (Exit). Der Exit erfolgt zumeist durch den Verkauf an einen strate­gischen Käufer (sogenannter “Trade Sale“), einen weiteren Finanz­investor oder durch einen Börsen­gang. Ihren Erfolg verdankt die dynamische Anlage­klasse ins­besondere ihrem hohen Ertrags­potential.

Bis vor wenigen Jahren blieb privaten Inves­toren der Zugang zu der­artigen Beteili­gungen schon aufgrund der hohen Mindest­beteiligungs­summen von mehreren Millionen Euro bzw. US-Dollar verwehrt. In der Zwischen­zeit bieten Emissions­häuser wie Nord­capital auch Privat­investoren Zugang zu diesem Investment-Segment über Private-Equity-Dachfonds.

Private Equity ist nicht gleich Private Equity

Der Einstieg eines Finanz­investors kann in jedem Stadium der Unter­nehmens­entwicklung erfolgen. In frühen Phasen benötigen Unter­nehmen Kapital, um ihr Geschäfts­modell zu etablieren oder das erste Wachs­tum zu finanzieren. Der Kapital­bedarf ist zu diesem Zeit­punkt vergleichs­weise gering; gleich­zeitig ist der poten­tielle Wert­zuwachs im Erfolgs­fall entsprechend groß. Eine Beteili­gung in diesem Stadium birgt jedoch gleich­zeitig beträcht­liche Risiken - der Total­verlust der Investi­tion ist nicht selten die Folge. Hier wird von Venture Capital oder Wachstums­kapital gesprochen.

Erst wenn sich ein Geschäfts­modell länger­fristig bewährt hat und Produkte am Markt etabliert sind, generiert das Unter­nehmen dank stabiler Umsätze vergleichs­weise nach­haltige Erträge. Wenn die Gesell­schafter eines solchen Unter­nehmens einen Verkauf anstreben, kommen häufig Private-Equity-Gesell­schaften als Käufer zum Zug. Die Finan­zierung solcher Trans­aktionen (Buy-outs) erfolgt mittels Eigen­kapital, das von Buy-out-Fonds zur Verfü­gung gestellt wird, sowie durch Fremd­kapital von Banken.

Ziel solcher Buy-outs ist die Steige­rung des Unter­nehmens­wertes über aktive Förderung des Wachs­tums, Profita­bilitäts­steigerungen sowie den Einsatz effizienter Kapital­strukturen. Die Gefahr eines Total­verlustes des Invest­ments ist bei Buy-outs vergleichs­weise gering.

Zu dem Ober­begriff Private Equity gehört ein weiteres Seg­ment: Distressed Debt (zu deutsch: „not­leidende Kredite“). Distressed-Debt-Inves­toren beteiligen sich an Unter­nehmen, die im Kern gesund, aber infolge einer unge­eigneten Kapital­struktur in eine Schief­lage geraten sind. Dabei erfolgt der Einstieg über das Fremd­kapital in der Regel mit erheb­lichen Abschlägen. Ziel ist, im Rahmen einer aktiv gestalteten Finanz­restruk­turierung die Kontrolle über das Unter­nehmen zu erlangen, um anschließend voll von der angestrebten Wert­steigerung partizi­pieren zu können.